Aus der Geschichte der Pfarrei: An Pfingsten vor 60 Jahren läuteten erstmals die neuen Glocken

Mittwoch 16. November 2022 , Wurmlingen

Die neuen Glocken im Kirchengarten

Nach Beendigung des 2.Weltkrieges hofften die Wurmlinger vergebens auf die Rückkehr der Glocken, hörte man doch da und dort, dass nicht alle Glocken in den letzten Kriegsjahren auf dem Glockenfriedhof Hamburg eingeschmolzen wurden. Fast acht Jahre versah das verbliebene Wetterglöcklein seinen Dienst. Erst  im Februar 1950 riefen drei Glocken die Gläubigen zum Gottesdienst. Allerdings notierte Pfarrer Josef Fridrich kurze Zeit später in der Pfarrchronik: „Das neue Geläut kann nicht überzeugen, da es nicht harmoniert, ist es doch aus zwei Tonstärken zusammengesetzt. Außerdem fehlen immer noch zwei Glocken für einen vollen Klang. Hoffen wir, dass wir das Geld für eines schönes Geläut zusammenbekommen“.

1962 war es dann soweit. Das Geld für fünf neue Glocken war beisammen. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 36000 DM. Außerdem musste für den neuen Glockenstuhl eine Betondecke in den Turm eingezogen werden. Die bürgerliche Gemeinde übernahm 10 000 DM der Kosten und Baptist Bacher 5000 DM. August Honer stiftete die 560 Kg schwere St. Josefs Glocke alleine. Außerdem stellte seine Firma einen Lastwagen zur Verfügung, um die Glocken von Heilbronn nach Wurmlingen zu transportieren. Auch viele Gläubige spendeten reichlich, insbesondere eine Witwe, die nicht genannt sein wollte.

In der Pfarrchronik ist folgender Eintrag zu lesen: „Beim Glockenguss am 24. Mai 1962 waren 25 Wurmlinger Zeuge des großen Augenblickes, als das glühende Metall in die Formen floss. Bis auf das Zischen war es still wie in einer Kirche. Am Schluss sangen wir „Großer Gott, wir loben dich“.Als dann einige Zeit später die neuen und silberglänzenden Glocken auf einem starken Gerüst und schön bekränzt im Kirchgarten standen, war dies ein herrliches Bild“. Das halbe Dorf verfolgte das Schauspiel, als die Glocken an ihren vorgesehenen Platz im Turm mit schwerem Gerät gebracht wurden. An Pfingsten 1962 war erstmals der harmonische Klang von den Glocken St. Gallus (cis), Hl. Kreuz (e), Hl. Maria (fis), St. Josef (gis) und Arme Seelen (h) zu hören.

 Text: hpp/ Bild: Pfarrarchiv

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